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Duo Poppschutz / 21. Juni 2003 / 20.00 Uhr / 10,- EURO


 

 

“Irgendwas ist immer“

PopMusikcomedy mit neuen Poppsongs und absurden Coverversionen

Der perfekte Sommerabend: Das Abendrot glüht an der Küchenwand, die Katze kuckt komisch und kotzt, der Typ, der dich immer ignoriert hat, ruft plötzlich an, im Fernsehen läuft Ally McBeal – was kann da noch Schlimmes passieren? Ein Glück, dass wir Poppschutz haben.
Sie wissen: Irgendwas ist immer. 

Zum Berühmtwerden fehlt die eigene Fernsehshow. Und zur eigenen Fernsehshow fehlt nur der eigene Fernsehkanal. Nur der ist eben durch das neue 24-Stunden-Home-Order-Television mit Andreas Türck blockiert. Aber vielleicht ist das private Glück auch viel wichtiger. Nur: beim One-Night-Stand fehlt oft ein Stück zum Glück, meistens nur ein paar Zentimeter. Deswegen muss man „Quickie“ ja auch mit „Kurzem“ übersetzen. Das kleine Glück eben.

Wahrscheinlich funktioniert’s eben auch eher andersrum: Erst berühmt werden und dann hat man an jeder Hand zehn Anwärter/innen. Bei Dieter Bohlen kann's ja nun auch nicht am Aussehen liegen, dass er so hübsche Frauen wie Naddel, Estefania oder Thomas bekommen hat. Richtig berühmt ist man eben erst, wenn man sich entscheiden muss, immer höchstens mit vier Fans gleichzeitig ins Bett zu gehen.
Wenn Berühmtsein nur nicht so viele Schattenseiten hätte – nicht mehr bei Versace einkaufen können, ohne angefasst zu werden; immer mit der Meysel in Talkshows hocken; und dann die quälende Frage: Was koche ich heute bei Biolek?
Wie man’s macht... Irgendwas ist immer.

Stattdessen gehen sich Thorsten Saleina und Hans Peter Reutter auf Tour so lange gegenseitig auf die Nerven und rauben sich mit Nasenspray und Schnarchgeräuschen so lange den Schlaf, bis sie eben Stars und berühmt genug für die Luxussuite sind. Nur bis dahin bleiben sie das Traumpaar wider Willen der Popcomedy. Zur Freude des Publikums tragen sie ihren Frust mit Zickereien und Tiefschlägen auf offener Bühne aus und konkurrieren um den Preis der besten Beleidigung. 

Mit Gänsehautstimmen und dem nötigen Groove sagen und singen sie uns, was Sache ist: Halt dich grade und die Ohren steif – misstraue Papiergeld, wenn es doch Cards und E-Commerce gibt – du brauchst keine Beziehung, Hauptsache, du beziehst dein Bett und Gehalt.

Will man poppschutz in eine Schublade packen, geht das einfach nicht ­
oder nicht so einfach.

Ein Klavier und 2 Stimmen, die sich, neben ihren eigenen Kompositionen,
nicht vor absurden Eindeutschungen internationaler Welthits scheuen,
dabei aber immer ihrer kleinen Schwäche für kleine Schnulzen treu bleiben ­denn das ist ihre große Stärke.

Daraus werden große Balladen mit großen Gefühlen.
Und je größer die Gesten, desto größer ihre Lust an Brüchen.
Und desto größer der Spaß des Publikums.

So bringen sie uns Thema Nr. 1 und andere Tücken des täglichen Lebens nahe: Wenn Thorsten Saleina von der verpassten U-Bahn singt und dabei aussieht wie "...ein Engel, der schon seit zwei Tagen tot ist" (Lisa Politt), ist jeder im Zuschauerraum mit ihm davon überzeugt, dass es sich hierbei um ein emotional zutiefst aufwühlendes Ereignis handelt.
Und Hans Peter Reutter ­ "...kann nicht nur fantastisch Klavier spielen und singen, sondern auch nur Klavier spielen." (Käthe Lachmann) ­ hat auch so manche Anekdote dazu beizutragen.

Und wenn sie sich "zusammensingen", kommt es im Zuschauerraum zu der einen oder anderen wohligen Gänsehaut. Da wird mitgefühlt, wenn sie in ihrem aktuellen Programm "IRGENDWAS IST IMMER" die Schwierigkeiten auf dem Weg zu Ruhm und Glück  in dramatischen Minipoppopern besingen.
Oder mitgelacht, wenn sie sich in ihrem ersten gemeinsamen Bühnenprogramm "TRAGISCH VERANLAGT" gegenseitig auf offener Bühne therapieren. 
Oder einfach nur mitgejubelt, wenn die beiden bei Kurzauftritten einen Saal
in 15 Minuten zum Kochen bringen.

Also Schlagersänger? Kabarettisten? Weltverbesserer?
Vielleicht nur zwei Musiker mit Herz und Hirn, die mit ihren Gästen einen guten Abend verbringen wollen.

Das passt einfach in keine Schublade. Und das ist einfach gut.

Infos: www.poppschutz.de