Erste Erwähnungen über ein Absinth-ähnliches Getränk stammen
aus dem antiken Griechenland - Pythagoras und Hippokrates berichteten von seiner Heilkraft,
seiner aphrodisierenden Wirkung und der Kreativitätssteigerung, die sie durch die Spirituose erfuhren.
Die Originalrezeptur hatte eigentlich eine medizinische, belebende Wirkung im Auge und wurde aus
mehreren "Kräutern" hergestellt: Wermuthöl, Wermuthansatz, Salbeiöl, Melisse, Veilchenwurzelöl, Zimt, einige geheime Zutaten
und natürliche grüne Lebensmittelfarbe (daher der Name "grüne Fee").
Das Originalrezept des Absinth, wie er heute üblich ist, stammt von den Schweizer Schwestern
Henriot aus Neuchâtel und enthielt kein Anis. Erst Monsieur Pernod fügte Anis hinzu, nachdem er
das Rezept gekauft und eine französische Produktion aufgebaut hatte. Nach dem Absinthverbot zu Beginn
des 20. Jahrhunderts, veränderte Pernod die Rezeptur und verkaufte von nun an einen Anisschnaps
mit dem Namen Pastis.
Wohl kein alkoholisches Getränk hat Malerei und Dichtkunst so sehr stimuliert wie Absinth.
Ein Elixier, das Künstler wie Toulouse Lautrec, Manet, Renoir, Van Gogh, Gaugin inspirierte,
die Phantasie berauschte, und auch Verse eines Baudelaire und Verlaine vollendete. Sogar Oscar
Wilde und Ernest Hemmingway ließen sich von dem Getränk stimulieren.
Die Maler verehrten die "grüne Fee" wie eine Angebetete. Die französischen Impressionisten schienen
mehr Absinth als Sauerstoff im Blut zu haben. Sogar Picasso hat Absinth trinkende Frauen und ein Absinth Glas auf Leinwand
hinterlassen. Die neuesten Hollywoodfilme "Moulin Rouge" und
"From Hell" zeigen die Popularität
dieses Getränkes zu dieser Zeit.
Ob es nun das Thujon im Absinth war, der hohe Alkoholgehalt von bis zu 70%, oder die damals
im Alkohol enthaltenen minderwertigen Fuselöle, immer mehr Leute fielen nach übermäßigem Absinthgenuss
in Wahnvorstellungen (Van Gogh schnitt sich im Absinthrausch sein Ohr ab) und so wurde das Getränk
in Europa und den USA auf die schwarze Liste gesetzt.
Seit 1998 ist die Absinthproduktion im EU-Raum wieder erlaubt, aber erst seit
kurzem erfreut
sich das Getränk zunehmender Beliebtheit. Heutzutage ist Absinth nicht gefährlich, da es keinen
verunreinigten Alkohol und Fuselöle wie im 19. Jahrhundert birgt und die Thujonwerte wesentlich geringer sind.
Es sollte immer der Leitsatz gelten: Jede Medizin ist Gift und jedes Gift ist Medizin,
es kommt nur auf die Dosis an.